So wird dein Unternehmen in KI-Suchmaschinen sichtbar
Frag ChatGPT, Gemini oder den KI-Modus von Google nach einem Anbieter in deiner Branche. Taucht dein Unternehmen in der Antwort auf? Wenn nicht, bist du für einen wachsenden Teil deiner Kundschaft unsichtbar, auch wenn deine Website gut rankt.
Inzwischen gibt es dazu belastbare Daten und einen offiziellen Leitfaden von Google. Beides zusammen ergibt ein nüchternes Bild ohne Geheimtricks:
Die Grundlagen bleiben SEO, die Sichtbarkeit in KI-Antworten hängt aber stark davon ab, wo und wie oft über deine Marke gesprochen wird.

Warum sich das Spiel verschiebt
Pew Research hat im März 2025 das Surfverhalten von 900 US-Erwachsenen ausgewertet. Erscheint bei Google eine KI-Zusammenfassung, klicken Nutzer nur noch bei 8 % der Besuche auf ein klassisches Suchergebnis. Ohne Zusammenfassung sind es 15 %. Auf die Links in der Zusammenfassung selbst klickt kaum jemand: 1 %.
Die Antwort ist damit oft schon das Ergebnis. Ob dein Unternehmen in dieser Antwort vorkommt, wird wichtiger als die Frage, ob danach noch jemand auf deine Seite klickt.
Dazu kommt: KI-Zusammenfassungen erscheinen vor allem bei längeren Fragen in ganzen Sätzen. Das sind genau die Fragen, die Kunden kurz vor einer Entscheidung stellen.

Was Google offiziell sagt: Es bleibt SEO
Im Mai 2026 hat Google einen eigenen Leitfaden veröffentlicht: „Optimizing your website for generative AI features on Google Search“. Auf die Frage, ob SEO für die KI-Suche noch relevant ist, antwortet Google knapp: „In short, yes!“
Die Grundlagen sind unspektakulär, aber Pflicht:
- Deine Seiten müssen indexiert sein und als Snippet erscheinen dürfen.
- Inhalte müssen öffentlich zugänglich und crawlbar sein. Was hinter einem Login steckt, kann die KI nicht nutzen.
- In der Search Console muss deine Website für die generativen KI-Funktionen der Suche freigegeben sein.
Den größten Hebel sieht Google woanders: Inhalte, die einzigartig und wirklich nützlich sind, beeinflussen die Präsenz langfristig stärker als alle technischen Hinweise. Strukturierte Daten oder eine llms.txt verlangt Google für diese Funktionen ausdrücklich nicht. Wer gerade Geld für solche Spezialmaßnahmen ausgeben will, sollte zuerst die eigenen Inhalte prüfen.
Was die Daten zusätzlich zeigen: Erwähnungen schlagen Links
Google beschreibt, was deine Website können muss. Ahrefs hat untersucht, was sichtbare Marken von unsichtbaren unterscheidet. In einer Analyse von 75.000 Marken korrelierten Markenerwähnungen im Web mit der Sichtbarkeit in AI Overviews deutlich stärker (0,664) als Backlinks (0,218). Rund 26 % der untersuchten Marken kamen in AI Overviews überhaupt nicht vor.
Eine Folgeauswertung im Dezember 2025 hat ChatGPT und den KI-Modus einbezogen. Den stärksten Zusammenhang zeigten dort Erwähnungen auf YouTube.
Das ist eine Korrelation, kein Kausalbeweis, und das sagt Ahrefs selbst. Die Richtung ist trotzdem plausibel: Sprachmodelle lernen, wer in einem Thema genannt wird. Wer nur auf der eigenen Website über sich spricht, bleibt für die KI eine Randnotiz.
Genannt ist nicht gleich zitiert
Der Semrush AI Visibility Index 2026 hat 126 Millionen KI-Suchanfragen aus den Monaten Januar bis April 2026 ausgewertet. Die zentrale Erkenntnis: Als Marke genannt zu werden und als Quelle verlinkt zu werden, sind zwei verschiedene Dinge.
Wie stark sich beides deckt, hängt von der Plattform ab: bei Google AI Overviews bis zu 64 %, bei Gemini teils nur 30 %. Zitiert werden oft nicht die Marken selbst, sondern Bewertungen, Foren, unabhängige Medien, Händler und Branchenquellen.
Daraus ergeben sich zwei getrennte Ziele:
- Genannt werden: Dafür brauchst du Präsenz dort, wo über deine Branche geschrieben wird.
- Zitiert werden: Dafür brauchst du Inhalte auf deiner Website, die eine Frage besser beantworten als alle anderen.

Dein Start in fünf Schritten
- Bestandsaufnahme: Stell ChatGPT, Gemini und Google im KI-Modus die zehn Fragen, die deine Kunden vor dem Kauf stellen. Notiere, wer genannt und wer verlinkt wird.
- Technik prüfen: Indexierung, Snippets, keine wichtigen Inhalte hinter Logins. In der Search Console prüfen, ob die Website für generative KI-Funktionen freigegeben ist.
- Antwortseiten bauen: Für jede dieser Fragen eine Seite, die sie klar, konkret und mit eigener Erfahrung beantwortet. Nicht die zwanzigste Zusammenfassung dessen, was schon überall steht.
- Außerhalb deiner Website stattfinden: Fachmedien, Branchenverzeichnisse, Bewertungsplattformen, Podcasts, YouTube. Überall dort, wo dein Name im richtigen Themenumfeld fällt.
- Messen: Die Bestandsaufnahme aus Schritt 1 alle paar Wochen wiederholen und in der Search Console den Bericht zur Leistung in generativen KI-Funktionen im Blick behalten.

Nichts davon ist ein Trick. Es ist das, was eine Marke ausmacht: Andere sprechen über sie, und sie hat die besten Antworten. KI-Suchmaschinen machen nur sichtbarer, wer das schon tut.
Warum Erwähnungen und gute Antworten zusammengehören, beschreibe ich ausführlich im Generative Authority Model.
Quellen
- Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search
- Google Search Central Blog: A new resource for optimizing for generative AI in Google Search (15.05.2026)
- Google Search Central: AI features and your website
- Pew Research Center: Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results (22.07.2025)
- Ahrefs: An Analysis of AI Overview Brand Visibility Factors (75K Brands Studied)
- Ahrefs: Top Brand Visibility Factors in ChatGPT, AI Mode, and AI Overviews (75k Brands Studied)
- Semrush: Semrush Releases Expanded 2026 AI Visibility Index, Analyzing 126 Million AI Search Prompts
- PPC Land: Semrush – 36 brands win AI visibility everywhere, 1,200 vanish on one

