Dense Retrieval
« Zurück zum Glossar IndexDense Retrieval bezeichnet ein Retrieval-Verfahren, bei dem Anfragen und Dokumente als dichte Vektorrepräsentationen (Embeddings) kodiert und über Ähnlichkeitsmetriken im Vektorraum verglichen werden. Die Relevanz basiert auf semantischer Nähe statt auf exakter Wortübereinstimmung. Dense Retrieval ist eine zentrale Technik moderner KI-gestützter Suchsysteme.
Funktionsweise und Einordnung
Beim Dense Retrieval werden Texte mithilfe eines Bi-Encoder-Modells in feste, hochdimensionale Vektoren transformiert.
Der Ablauf:
- Encoding aller Dokumente oder Chunks in dichte Vektoren.
- Speicherung dieser Vektoren in einer Vektordatenbank.
- Encoding der Suchanfrage in einen Anfragevektor.
- Berechnung der Ähnlichkeit (z. B. Kosinus-Ähnlichkeit).
- Ranking der semantisch nächsten Treffer.
Der Begriff „dense“ bezieht sich darauf, dass die Vektoren kontinuierliche, nicht-sparse Werte enthalten. Im Gegensatz dazu arbeiten klassische IR-Verfahren mit sparsamen, termbasierten Repräsentationen.
Dense Retrieval ermöglicht:
- Erkennung semantischer Paraphrasen
- robuste Suche bei variierender Wortwahl
- kontextuelle Bedeutungsabgleiche
Skalierbarkeit wird häufig durch Approximate-Nearest-Neighbor-Algorithmen gewährleistet.
Strategische Bedeutung für SEO und AI-Search
AI-Search-Systeme setzen zunehmend auf Dense Retrieval als primäre Retrieval-Schicht.
Implikationen für Generative Engine Optimization:
- Inhalte müssen semantisch kohärent strukturiert sein.
- Präzise Definitionen erhöhen Vektorstabilität.
- Entitätsklarheit verbessert semantische Nähe.
- Chunk-Qualität beeinflusst Retrieval-Performance.
Da Dense Retrieval keine exakte Wortübereinstimmung benötigt, gewinnt Bedeutungspräzision gegenüber Keyword-Dichte an Relevanz.
Sichtbarkeit entsteht durch Nähe im semantischen Raum.
Beispiel
Anfrage:
„Wie funktionieren bedeutungsbasierte Suchsysteme?“
Ein Dokument mit dem Titel „Semantische Suche im Vektorraum“ kann durch Dense Retrieval als relevant erkannt werden, obwohl die Wortwahl abweicht.
Die Relevanz entsteht durch Embedding-Nähe, nicht durch identische Begriffe.
Häufige Fragen zu Dense Retrieval
Was unterscheidet Dense Retrieval von klassischem Information Retrieval?
Klassisches Retrieval nutzt sparse, termbasierte Repräsentationen. Dense Retrieval arbeitet mit kontinuierlichen Embeddings im Vektorraum. Dadurch wird semantische Nähe statt Wortgleichheit bewertet.
Warum ist Dense Retrieval für RAG-Systeme wichtig?
RAG-Systeme benötigen eine semantische Vorauswahl relevanter Kontexte. Dense Retrieval identifiziert diese über Embeddings. Die Qualität des Retrievals beeinflusst direkt die Antwortqualität.
Welche Modelle werden für Dense Retrieval verwendet?
Typischerweise kommen Bi-Encoder-Modelle auf Transformer-Basis zum Einsatz. Sie erzeugen separate Embeddings für Anfrage und Dokument. Die Ähnlichkeit wird anschließend im Vektorraum berechnet.
Ist Dense Retrieval immer überlegen?
Dense Retrieval ist besonders stark bei offenen oder komplexen Anfragen. Bei sehr präzisen Fachbegriffen kann lexikalisches Retrieval effizienter sein. Moderne Systeme kombinieren häufig beide Ansätze.
Verwandte Begriffe
Bi-Encoder
Embeddings
Vektorsuche
Similarity Search
Vektordatenbank
Approximate Nearest Neighbor
Hybrid Search
Retrieval-Augmented Generation
Generative Engine Optimization